
Hier finden Sie Hinweise zur Haltung und Fütterung von Ziervögeln und Landschildkröten.
Verhaltensgerecht ist eine mindestens paarweise Haltung von Ziervögeln in Gärten- und Zimmervolieren oder Vogelstuben. Am häufigsten werden Heimvögel in Käfigen gehalten, wobei folgende Hinweise berücksichtigt werden sollten:
Käfiggröße: Keine Rund- oder Turmkäfige, verchromte Drähte.
Wellensittich, Kanarien u.a.: 60cm lang, 30cm breit, 40cm hoch
Graupapagei, Amazone u.a.: 100cm lang, 100cm breit, 150cm hoch
Ara u.a.: 200cm lang, 200cm breit , 300cm hoch
Freiflug: Möglichst täglich mehrere Stunden, aber unter Aufsicht zur Unfallverhütung.
Innenausstattung des Käfiges: Sitzstangen und Kletterbäume aus unbehandelten Naturzweigen unterschiedlichen Durchmessers und mit Verzweigungen (Weide, Buche, Haselnuss, Obstbäume, keine Pappel). Die Äste mit heißem Wasser gut abspülen, häufig erneuern.
Käfigboden: mit Zeitungspapier oder Haushaltspapier auslegen.
Futter und Wassergefäße: aus Porzellan, Kunststoff oder Edelstahl (zerstörungssicher, leicht zu reinigen, nicht auf den Käfigboden oder unter den Sitzstangen anbringen).
Bademöglichkeiten: Badehäuschen, abspritzen mit einer Blumenspritze (nur frisches Wasser!)
Schlafnester und Nistkästen: kurzfaseriges Nistmaterial, keine Watte!
Hygiene: Tägliche Reinigung der Futter- und Wassergefäße sowie des Käfigbodens. Sitzstangen einmal wöchentlich wechseln.
Verletzungen: gegen Fensterscheiben fliegen, in Gardinen verhaken, Bißverletzungen durch andere Haustiere, heiße Herdplatten, offene Suppentöpfe u.a.
Grundsatz: Abwechslungsreich, frisch, gute Qualität, kleine Vorratsmengen, hygienische Zubereitung und Aufbewahrung.
Übliches Körnerfutter: auf Erdnüsse und Paranüsse sollte wegen der Schimmelpilzbesiedlung, Pilzgiftbildung grundsätzlich verzichtet werden. Fetthaltige Sonnenblumenkerne sollten zu Gunsten anderer Körner, wie z.B. Hirse, Cardiasaat, Buchweizen, Hafer, Mais und getrocknete Beeren (Hagebutte, Eberesche...) stark reduziert werden. Körnerfutter trocken und kühl lagern. Vor dem Verfüttern mit reichlich Wasser im Sieb durchspülen.
Tierisches Eiweiß: hartgekochte Eier, Quark, Frischkäse, Joghurt, Trocken- und Lebende Insekten, Babybrei (z.B. Milupa ab 6. Monat), Bircher Müsli (mit Wasser zubereiten), Kotelettknochen (ungewürzt) . Keine gewürzten Tischabfälle ! In der Natur wird dieser Bedarf durch den Verzehr von Insekten und Würmern gedeckt.
Pflanzliches Eiweiß: Keimfutter
Zubereitung: Übliches Körnerfutter an einem hellen, nicht zu warmen Standort für 24 Std. mit Wasser bedeckt stehen lassen. (Wasser 2- 3 mal wechseln). Mit reichlich Wasser im Sieb gut durchspülen und anschließend 12-24 Std. trocknen lassen. Vor dem Verfüttern nochmals mit Wasser durchspülen.
Achtung: immer nur die tägliche Futtermenge ansetzen, da schnelle Verpilzung möglich!
Grit: kleine nicht scharfkantige Steinchen von 2-4mm Durchmesser, die im Vogelmagen die mechanische Futterzerkleinerung vornehmen. Gritmangel führt zu Verdauungsstörungen.
Die Terrarienlänge sollte mindestens das Achtfache der Panzerlänge, die Terrarienbreite mind. 1/2 der Länge. Es sollten Versteckmöglichkeiten & kleine Hindernisse vorhanden sein. Das Bodensubstrat sollte aus sandiger Erde oder Rindenmulch bestehen & tief genug zum Eingraben sein.
Die Grundtemperatur sollte für Europäische Landschildkröten bei ca. 22-28° liegen, für subtropische-tropische Arten 24-30°. Wärmespots sollen eine lokale Erwärmung bis 45° ermöglichen.
Freianlagen stellen die beste Art der Haltung dar. Selbst tage-stundenweise Aufenthalte im Freien wirken sich im Sommer, bei günstigem Wetter positiv aufs Wohlbefinden aus. Es sollten klimatisierte Schutzhütten, Schutz vor Hunden & anderen Räubern geboten werden.
Pflanzenfressende Landschildkröten erhalten rohfaser- und möglichst kalziumreiche Wiesenkräuter, wie Löwenzahn mit Blüten, Klee, Wegerich, Luzerne, Hirtentäschel u.a., darüber hinaus Vogelwicke, Endivien, Feldsalat, Kohlrabi- & Blumenkohlblätter, Tomaten, Gurke, Äpfel, Pflaumen u.a. reifes Obst oder Gemüse. Der Rohproteingehalt sollte unter 6 % bleiben. Duftendes Wiesenheu, trockenes Gras, eingeweichte Heucobs und Sepiaschulpe als Kalziumspender wird gern geknabbert.
Die Nahrung muss in breiter Palette angeboten werden. Bei Jungtieren ist an eine höhere Versorgung mit Kalzium zu denken.
Der Flüssigkeitsbedarf wird sowohl durch Saufen als auch durch Aufnahme von stark durchsafteten Pflanzen oder Früchten gedeckt. Saufen im engeren Sinne kann auch beobachtet werden, vor allem gern beim wöchentlichen Baden wobei häufig auch Kot- und Harnabsatz festzustellen ist. Das Saufen aus Trinkschalen wird nur selten beobachtet.
Kranke und schwache Tiere sollten nicht eingewintert werden. Eine warme "Überwinterung" überstehen diese Tiere unbeschadet. Für die Schildkrötenzucht ist die Winterruhe besonders wichtig.
Die Überwinterung kann für die Europäische & für die Vierzehen-Landschildkröte in winterfest gemachten Schutzhäusern, im frostfreien Keller oder im Kühlschrank in speziell hergerichteten Behältern geschehen, muss aber kontrolliert werden.
Eine Nahrungsaufnahme erfolgt kurz vor und während der Winterruhe nicht. Gelegentliche Sonnenbäder vor der kalten Jahreszeit begünstigen die Darmentleerung. Auch lauwarme Bäder fördern die Leerung des Darmes.
Nach Beendigung der Winterruhe die Temperatur langsam steigern. Lauwarme Bäder & UV Bestrahlung sollten die Futteraufnahme (va. wasserreiches Futter wie Tomate, Gurke, Kopfsalat) & die Aufnahme von Wasser fördern. Bei Nahrungsverweigerung nach der Winterruhe bitte ihren Tierarzt aufsuchen.